Zum wirtschaftlichen Fertigen bei minimalem Aufwand und kurzen Durchlaufzeiten trägt auch ein unternehmensweites Netzwerk für Datenaustausch zwischen CAD/ CAM-Programmierung, Auftragsplanung und CNC-Maschinen bei. In einer zentralen Datenbank sind sämtliche zum Produzieren der Werkzeuge relevanten Informationen enthalten. Auf diese Daten können die Fachkräfte über das Netzwerk an nahezu allen Fertigungsstationen im Schleifbetrieb zugreifen.
Dazu sagt Michael Mauth: „Diese Organisation und Struktur schafft Transparenz und beschleunigt erheblich interne Prozesse. Vermeidbare Wege der einzelnen Fachkräfte zu unterschiedlichen Abteilungen und langwieriges Nachfragen entfallen.“ Auch den internen Materialfluss hat Michael Mauth weitgehend optimiert. Das sorgt dafür, dass der Werkzeugschleifer innerhalb kürzester Zeit flexibel selbst komplexe Sonderwerkzeuge fertigen und bereitstellen kann.
Automatisierte Messtechnik
Die Vorteile einer Automatisierung nutzen die Werkzeugschleifer in Oberndorf inzwischen auch beim Messen von Sonderwerkzeugen, die in Serien ab 10 Exemplaren geschliffen werden. Dazu sagt Michael Mauth: „Beim aktuellen Mangel an Fachkräften entlasten wir das Personal von wiederholten, ermüdenden Tätigkeiten. Wir achten darauf, unsere Fachkräfte sinnvoll zu beschäftigen. Dazu gehören Arbeiten, die Kreativität und Sachverstand erfordern.“ Deshalb hat er jüngst in eine Roboterzelle »roboSet 2« in Verbindung mit einem Messgerät »genius« von ZOLLER investiert. Sie nimmt bis zu acht Paletten mit jeweils bis 150 Sonderwerkzeugen auf. Ein integrierter Roboter be- und entlädt damit das angebundene Messgerät. Zudem sortiert er Werkzeuge aus, die anhand der Messergebnisse nicht den Vorgaben entsprechen.
Das Messen läuft nach dem Einrichten der Roboterzelle und des Messgeräts sowie dem Rüsten der Paletten vollständig automatisch unbeaufsichtigt. „Diese Roboterzelle sorgt dafür, dass wir auch bei Serien mit mehreren hundert Werkzeugen wirtschaftlich ausnahmslos sämtliche Werkzeuge vollständig messen und somit deren Qualität zu 100 Prozent gewährleisten können“, hebt Michael Mauth hervor. Bei Serien einiger tausend Werkzeuge können die Werkzeugschleifer zumindest Stichproben – etwa jedes fünfzigste Werkzeug – wirtschaftlich bei vertretbarem Aufwand messen.